SCHWANGERSCHAFT

Die Schwangerschaft ist eines der größten Wunder und Abenteuer, die das Leben zu bieten hat. Besonders der Beginn dieser besonderen Zeit im Leben einer Frau und des Paares ist mit vielen Fragen und Sorgen, Veränderungen, Freude aber auch Ängsten und Ungewissheit verbunden. 

Eine Schwangerschaft ist sicherlich keine Krankheit. Dennoch ist eine enge Betreuung für den guten Verlauf und Ausgang einer Schwangerschaft sehr wichtig! Unser Ziel ist es, Ihre Schwangerschaft als natürlichen Vorgang zu unterstützen und Sie in allen Fragen zu begleiten. Unsere Betreuung richtet sich nach einem medizinisch verantwortungsvollen Vorsorgekonzept auf dem neuesten Stand des aktuellen medizinischen Wissens, das in Zusammenarbeit mit Ihnen individuell auf Ihre Bedürfnisse und den jeweiligen Verlauf zugeschnitten wird. 

Eine Schwangerschaft dauert um die 40 Wochen und wird in drei Trimester unterteilt. International wird ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung gerechnet. Dieses ist nur ein grober Richtwert – viele Kinder kommen rund 14 Tage vor oder nach dem errechneten Geburtstermin (ET) zur Welt.  

Nach Feststellung der Schwangerschaft werden wir uns gemäß der deutschen Mutterschaftsrichtlinien alle vier Wochen zu Kontrollen und Untersuchungen sehen, ab der 30. Schwangerschaftswoche (SSW) alle zwei Wochen. Ab diesem Zeitpunkt werden wir auch die Herztöne des Kindes mit dem sogenannten CTG aufzeichnen. Mitunter ist es notwendig, bestimmte Fragestellung oder Beschwerden in zusätzlichen Terminen zu klären. 

Einen Mutterpass, in den alle Untersuchungen und eventuelle Vorerkrankungen eingetragen werden, erhalten Sie in der Regel beim zweiten Termin (ca. 8. bis 12. SSW). Wir werden gemäß den Empfehlungen der Mutterschaftsrichtlinien Blutuntersuchungen (Blutgruppe, TSH = Schilddrüsenwert, Test auf sexuell übertragbare Krankheiten wie Lues und HIV, Rötelnimmunität, Hepatitis B Test) und normalerweise in jedem Trimenon mindestens eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Falls weitere Untersuchungen sinnvoll oder von Ihnen gewünscht sind, werden wir dies mit Ihnen besprechen und Sie beraten. 

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft werden Sie sich oft müde, schlapp oder abgespannt fühlen. Dies ist ganz normal und vergeht meist im sogenannten 2. Trimenon, also nach den ersten 12 Wochen. Gewähren Sie Ihrem Körper Ruhe und geben Sie dem Bedürfnis nach Entspannung und Schlaf nach. 

Leichte, ziehende Unterbauchschmerzen sind besonders im 1. Trimenon normal und müssen Sie nicht beunruhigen. Typisch in der ersten Phase der hormonellen Umstellung und der Frühschwangerschaft ist (morgendliche) Übelkeit und gelegentliches Erbrechen. Nehmen Sie in diesem Fall eher kleine, fettarme Mahlzeiten (Apfel, Brot, Ingwer-Tee) zu sich. Meist vergeht diese Symptomatik spätestens nach der 12. SSW wieder. Nur in sehr seltenen Fällen muss medikamentös behandelt werden. 

Sport ist in der Schwangerschaft absolut zu befürworten. Ausgenommen sind natürlich Extrem- und Kampfsportarten mit Kontakt sowie alle mit einem hohen Verletzungsrisiko verbundenen Sportarten (Klettern, Motorsport, Geländereiten). Besonders empfehlenswert und der Schwangerschaft zuträglich sind milde Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen, Fahrradfahren und mildes Gerätetraining. 

Schwangere und die ungeborenen Kinder sind per Gesetz geschützt. Dafür gilt in Deutschland  das Mutterschutzgesetz. Hier finden sich Richtlinien zum Schutz der Schwangeren und Stillenden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Bedingungen so zu gestalten, dass von der Beschäftigung keine Gefahr für die Schwangerschaft ausgeht. In unklaren Fällen muss der Betriebsmediziner, der Sicherheitsbeauftragte des Betriebs, der Betriebsrat oder das Gewerbeaufsichtsamt hinzugezogen werden. 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt hat die Schwangere Anspruch auf bezahlten Mutterschutzurlaub. Kündigungsschutz gilt in der gesamten Schwangerschaft bis 16 Wochen nach der Geburt. 

HILFREICHE LINKS:
Mutterschutzgesetz

Informationen zur Elternzeit und Elterngeld

Ernährung in der Schwangerschaft

 

Ernähren Sie sich gesund, ausgewogenen und vollwertig. Generell ist ein abwechslungsreicher Speiseplan mit Eiweiß und Ballaststoffen, Gemüse, Salat, Fisch und Fleisch und viel Wasser zu empfehlen. Stark fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel sollten Sie in der Schwangerschaft nur selten zu sich nehmen. Grundsätzlich gilt: Sie dürfen bis auf wenige Ausnahmen alles essen, aber in Maßen. Sie tun sich und Ihrem Baby einen großen Gefallen, wenn Sie nicht für zwei essen :-).

Versuchen Sie auf Nahrungsmittel zu verzichten, die roh oder nicht vollständig durchgegart sind (wie z. B. Sushi, Tartar, blutig oder nur medium gegartes Fleisch, Ceviche). Auch sollten bestimmte Käsesorten gemieden werden (Schimmelkäse, Schnitt- und Weichkäse aus nicht-pasteurisierter Milch, Rohmilchkäse) ebenso wie alle „offenen“ Produkte aus Auslagen z. B. Salate und Crèmes vom Wochenmarkt oder aus Verkaufstheken im Supermarkt. Alle industriell verpackten und verschlossenen Salate, Aufstriche und Crèmes sind unproblematisch. 

Bitte vermeiden Sie während der gesamten Schwangerschaft den Genuss von alkoholischen Getränken und Speisen! 

 

Kaffee- und Schwarztee (auch Grüntee) sollten nur in Maßen getrunken werden (max. 1–2 Tassen pro Tag). Bitte verzichten Sie komplett auf Cola und andere stark zuckerhaltige Getränke wie zum Beispiel Energydrinks. Diese erhöhen das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes und haben für die Schwangerschaft einen viel zu hohen Koffeingehalt. Säfte und Smoothies aus Fruchtbasis haben ebenfalls einen hohen Zuckergehalt und sollten zurückhaltend oder besser gar nicht konsumiert werden. 

Sie müssen nicht unbedingt Zusatzpräparate und Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Eine Ausnahme bildet lediglich die Folsäure. Diese ist bereits in der Phase der Familienplanung unbedingt notwendig. Die Einnahme von 400 Mikrogramm wie in den handelsüblichen Präparaten enthalten beugt sogenannten Neuralrohrdefekten (= „offenen Rücken“) des Kindes vor. Ein Folsäurepräparat sollte während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden. 

Jodid ist in Algen- und Fisch (besonders Seefisch) enthalten und in der Schwangerschaft wichtig für die ausreichende Bildung von Schilddrüsenhormonen. Diese wichtigen Stoffwechselhormone werden in der Schwangerschaft vermehrt benötigt und haben Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. 

Eisen wird zur Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin gebraucht und ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut auch zum Kind. Fleisch, Hülsenfrüchte, Aprikosen, Mangold, Reis, Tofu, Erdbeeren, Krabben, Thunfisch und Erbsen enthalten viel Eisen. Vitamin C–haltige Nahrungsmittel wie Orangensaft, Kiwis, Erdbeeren, Paprika und Zitronen fördern die Aufnahme von Eisen im Körper, wohingegen Koffein bzw. Teein, Weißmehl- und Milchprodukte die Eisenaufnahme im Körper hemmen. Wir werden Ihre Eisenwerte (den sog. Hb Wert) im Blut regelmäßig kontrollieren. Gelegentlich muss Eisen in Tablettenform zusätzlich eingenommen werden, damit der Eisenwert stabil gehalten werden kann. 

Bei Wadenkrämpfen kann Magnesium eingenommen werden. Dieses ist in der Schwangerschaft unbedenklich und verschafft vielen Frauen Linderung. Es ist allerdings wichtig, dass Sie Eisen und Magnesium nicht gleichzeitig einnehmen, da diese den Körper gegenseitig bei der Aufnahme hemmen. 

Die rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Nahrungsergänzungspräparate sind in Ordnung und enthalten alle in der Schwangerschaft benötigten Vitamine und Mineralstoffe sowie auch Folsäure in der optimalen Dosierung. Notwendig sind zusätzliche Mineralstoffe (mit Ausnahme der Folsäure) bei einer ausgewogenen Ernährung und ohne einen Nährstoffmangel allerdings nicht. Entscheiden Sie selbst, ob reine Folsäuretablette für Sie ausreichend sind oder ob Sie lieber auf einen umfangreicheren Wirkstoffkomplex zurückgreifen wollen, um Ihren Bedarf zu decken. Bitte achten Sie bei der Wahl des Präparates nur darauf, dass das Mittel speziell für die Schwangerschaft entwickelt wurde und bitte unbedingt kein Vitamin A enthält.

 

Medikamente

Die Einnahme von Medikamenten sollte mit uns abgesprochen werden. Viele Präparate sind ungefährlich und können auch in der Schwangerschaft bedenkenlos eingenommen werden. Einige Wirkstoffe hingegen müssen sofort umgestellt oder abgesetzt werden, um das Wohl und die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden. Bringen Sie zum ersten Termin gerne eine vollständige Liste Ihrer Medikamente mit. 

Wir freuen uns auf die Betreuung und stehen Ihnen für Fragen immer gern zur Verfügung. 

 

PRAXIS KONTAKT

Dres. med. Winkler & Döring

Gynäkologische Gemeinschaftspraxis

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