KREBSVORSORGE

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war der Gebärmutterhalskrebs die häufigste Todesursache bei Frauen. Durch die Einführung der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung mit Abstrichen, konnte diese Erkrankung weit zurückgedrängt werden, weil schon Vorstufen/ Zellveränderungen erkannt und behandelt werden können. Meist kommt es bei frühzeitiger Behandlung gar nicht erst zur Entstehung von Krebs. Einen hohen Stellenwert neben in der Gynäkologie auch die Tast- und Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs ein.

Alle Frauen unabhängig vom Alter haben weiter einen Anspruch auf eine JÄHRLICHE Krebsvorsorgeuntersuchung

Zytologischer Abstrich vom Gebärmutterhals (= sog. PAP-Abstrich), HPV-Impfung

Die Zellveränderungen am Gebärmutterhals werden durch sogenannte HPV–Viren (Humanes Papilloma Virus) bereits bei jungen Frauen verursacht. Von diesem Virus existieren inzwischen über 120 unterschiedliche Typen, die in niedrig-Risiko und hoch-Risiko Typen unterteilt werden. Die Typen mit niedrigem Risiko (z. B. Typ 6 und 11) können Feigwarzen (sog. Condylome) an den Schamlippen, dem Anus, der Scheide oder dem Gebärmutterhals verursachen. Diese Warzen stehen in keinem Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. 

Die Typen mit hohem Risiko hingegen (z. B. Typen 16 und 18) können zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals führen und Krebs verursachen. Diese Entwicklung verläuft über Vorstufen, die wir in der Vorsorge gut erkennen können. Höhergradige Veränderungen (z. B. PAP IIID2) klären wir über ein spezielles Untersuchungsverfahren (Dünnschichtzytologie, Thin Prep) noch genauer ab. Einige Infektionen schafft der Körper in ca. 1/3 der Fälle selbst zu eliminieren, sie bleiben ohne Veränderungen am Gebärmutterhals ungefährlich. 1/3 der Fälle führt zu Veränderungen, die zwar erkannt und kontrolliert aber meist stabil bleiben und nicht behandelt werden müssen. 1/3 der Infektionen allerdings verursacht Zellveränderungen, die sich über die Vorstufen zu einem Gebärmutterhalskrebs entwickeln. 

Diese Veränderungen müssen ggf. durch kleine Gewebeproben (Biospien) weiter untersucht werden. Bei höhergradigen Veränderungen und Zellstörungen kann es nötig werden, das Gewebe über eine elektrische Schlinge in Vollnarkose zu entfernen (LEEP–Konisation). 

Seit einigen Jahren werden Impfstoffe angeboten, die zumindest gegen 9 verschiedene HPV hoch- und niedrigrisiko-Typen schützen (HPV Typen  6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58). Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfungen für Mädchen UND JUNGEN zwischen  9 bis 14 Jahren. Diese Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen und von uns ausdrücklich befürwortet. Bis zu einem Alter von 14 Jahren sind 2 Impfdosen ausreichend, ab 15 Jahren sollten 3 Dosen verabreicht werden. Die Impfung bietet keinen Schutz gegen alle HPV–Typen, so dass eine regelmäßige Vorsorge auch weiterhin nötig ist. Trotzdem werden die Hauptverursacher von Zellveränderungen erfasst, so dass wir die Impfung ausdrücklich befürworten. 

Impfkalender

 

Krebsvorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird von den Krankenkassen übernommen und sollte von jeder Frau ab 20 Jahren oder früher bei Pilleneinnahme JÄHRLICH wahrgenommen werden. 

Sie beinhaltet neben einem ärztlichen Gespräch:

  • Zellabstrich vom Muttermund (Zervix) nach Papanicolao (sog. PAP – Abstrich) auf veränderte/dysplastische Zellen (Krebsvorstufen)

  • Abstrich für Frauen ab 35 als sog. Ko-Testung inkl. HPV-TEST

  • Begutachtung des gesamten äußeren Genitals

  • Tastuntersuchung des inneren Genitals 

  • Inspektion der Haut

 

Ab 30 Jahren: Zusätzlich Abtastung von Brust und Lymphknoten

Ab 50 Jahren: Stuhltest auf Blut im Stuhl alle 2 Jahre

Ab 50 Jahren: Mammographiescreening alle 2 Jahre

Ab 55 Jahre: Darmspiegelung alle 10 Jahre

 

Empfehlenswert in der individuellen Vorsorge zusätzlich gegebenenfalls:

  • transvaginale Ultraschalluntersuchung, HPV–Testung vor 35 Jahren

  • Test auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STD–Multiplex)

  • Brustultraschall ab 30 Jahren

 
 

Transvaginaler Ultraschall 

 

Die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide liefert uns aufschlussreiche Einblicke in die Anatomie der Organe des kleinen Beckens (Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke, Douglas´scher Raum, Harnblase, Blutversorgung).  

Eierstockveränderungen, Zysten, Endometriose, Gebärmuttermyome (Muskelknoten) und natürlich eine Frühschwangerschaft können so mit hoher Auflösung und Zuverlässigkeit untersucht werden. Die Genauigkeit und Aussagekraft dieser völlig ungefährlichen Untersuchung ist sogar zum Beispiel der Kernspintomographie (MRT) überlegen. 

Die Krankenkassen übernehmen diese Leistung in der jährlichen Vorsorge leider nicht. Häufig ist eine Kontrolle jedoch empfehlenswert. Sprechen Sie uns darauf an, damit wir die optimale Vorsorge für Sie zusammen gestalten können.  

 

Ultraschalluntersuchungen der Brust

Das gesetzliche Screeningprogramm sieht Röntgenaufnahmen der Brust (Mammographie) und Ultraschall ab 50 Jahre alle 2 Jahre bis zum 70. Lebensjahr vor. Die Fachwelt ist sich seit langer Zeit einig darüber, dass die Mammographie deutlich länger angeboten werden sollte. Aus welchem Grund sollten Frauen über 70 bei steigender Lebenserwartung keinen Anspruch mehr auf eine vernünftige Vorsorge und Früherkennung haben?

Bei der Ultraschalluntersuchung spielt die Strahlenbelastung keine Rolle. Besonders bei jungen Brüsten mit dichtem Drüsenkörper (ACR III –IV, American college of radiology) ist die Ultraschalluntersuchung daher empfehlenswert. Sie ist qualitativ bei dichtem Drüsenkörper noch besser und aussagekräftiger, so dass wir Ihnen diese Untersuchung zumindest einmal jährlich empfehlen können.

 

Test auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STD – Multiplex)

Sexuell übertragbare Erkrankungen wie Chlamydien können zu unangenehmen Beschwerden wie Ausfluss, üblen Gerüchen oder sogar schweren Entzündungen im kleinen Becken führen. Eine Infektion wird nicht immer bemerkt und kann trotzdem nachhaltige Schäden anrichten. Durch Verklebungen kann im späteren Leben zum Beispiel die Familienplanung erschwert sein. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung lohnt sich. 

Mädchen und junge Frauen unter 25 werden bei der Vorsorge auf Chlamydien regelhaft mit untersucht. Dieser Test erfolgt ganz einfach über den Urin und wird von den Krankenkassen gezahlt. Weitere sexuell übertragbare Erkrankungen z.B. Syphilis, Tripper oder weniger bekannte genitale Infektionen, die ähnliche Beschwerden verursachen (Mykoplasmen, Ureaplasmen, Atopobium vaginae, Candida, Gardnerella vaginalis), können über Abstriche, Urin- oder Blutuntersuchungen nachgewiesen und behandelt werden.  

Gerade bei einem Partnerwechsel, unklaren Symptomen wie riechenden Ausfluss oder in der Kinderwunschsituation kann ein Test auf sexuell übertragbare Erkrankungen Sicherheit geben und Zweifel ausräumen. Sprechen Sie uns darauf an, wir beraten Sie gerne dazu. 

 
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Dres. med. Winkler & Döring

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